Eine Rezension von „Warum die Deutschen? Warum die Juden?” — Teil 3

Originally “A Review of ‘Why the Germans? Why the Jews'” Part 3

  1. Januar 2016

Brenton Sanderson

Teil 1
Teil 2

Götz Alys selektive Anwendung seiner These des „pathologischen Neids”

Während er darlegt, dass die deutsche Feindschaft gegen Juden ihre Ursprünge in einem krankhaften „Neid” hätte, würde Aly als eifriger Linker diese Argumentationslinie niemals auf die Feindschaft amerikanischer Schwarzer oder anderer nichtweißer Gruppen gegenüber Weißen anwenden. Aly kann ohne Risiko postulieren, dass „intellektuell minderwertige” Deutsche, die „kein Vertrauen in ihre Identität hatten”, einen von Neid getriebenen Hass auf „intellektuell höherstehende” und aufwärts mobile Juden entwickelten, jedoch niemals behaupten würde, dass intellektuell minderwertige Schwarze einen von Neid getriebenen Hass auf intellektuell höherstehende und aufwärts mobile Weiße haben. Stattdessen würde er zweifelsohne die Scheinthese vertreten, dass die schwarze Feindschaft gegen Weiße eine legitime Antwort auf hinterlistigen weißen „Rassismus” ist, der deren sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt verhindert hat. Selbstverständlich geschieht dies trotz der Tatsache, dass diese angeblich allgegenwärtige und bösartige Kraft den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt von Ostasiaten in westlichen Gesellschaften nicht hat verhindern können.

Bolschevismus

Ein nationalsozialistisches Poster

Noch würde Aly seine These des „pathologischen Neids” einer Feindschaft zwischen Gruppen fortschreiben, um die extrem unverhältnismäßige jüdische Beteiligung an der Bolschewistischen Revolution und anderen repressiven kommunistischen Regimen in Osteuropa zu erklären. Dies trotz der Tatsache, dass als Reaktion auf rechtliche Beschränkungen im zaristischen Russland, die ihre wirtschaftlichen und Ausbildungschancen beschränkten, sich Millionen von Juden zu Zionismus und Kommunismus hingezogen fühlten. Dass Neid und Verbitterung eine Schlüsselrolle bei der Anziehungskraft spielten, die die radikale Linke auf eine überwältigende Anzahl von Juden ausübte, war für Norman Cantor offensichtlich:

Die Bolschewistische Revolution und einige ihrer Auswirkungen stellten, aus einer gewissen Perspektive, jüdische Rache dar. Während des Höhepunktes des Kalten Krieges wandten Amerikas jüdische Publizisten viel Zeit auf zu leugnen, dass—wie Antisemiten in den 30er Jahren behaupteten—Juden eine unverhältnismäßig wichtige Rolle im sowjetischen Kommunismus und auch weltweit darin spielten. Die Wahrheit ist, dass bis in die frühen 50er Jahre Juden diese Rolle gespielt haben und dafür müssen sie sich nicht schämen. Mit der Zeit werden Juden lernen, stolz zu sein auf die Leistungen der jüdischen Kommunisten in der Sowjetunion und anderswo. Sie haben sozusagen zurückgeschlagen.[i]

 

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Eine große Schwäche von Warum die Deutschen? Warum die Juden? ist in der Tat die völlige Vernachlässigung der jüdisch-kommunistischen Symbiose und wie diese (unabhängig vom Neid auf den jüdischen sozialen Fortschritt) zur steigenden Unterstützung der NSDAP und anderer „antisemitischer” politischen Parteien in Deutschland beitrug. Es gehört zum Allgemeinwissen dass, als nach dem Chaos des 1. Weltkrieges überall in Europa Revolutionen ausbrachen, Juden stets an der Spitze waren. Eines der von Hitler am meisten wiederholten Themen in den 20er Jahren war die tödliche Bedrohung, die eine „blutige Bolschewisierung” für Deutschland darstellte. 1928 schrieb Hitler:

Das Ziel ist die Zerstörung des von Natur aus antisemitischen Russlands als auch die des Deutsches Reiches, wo Verwaltung und Armee immer noch Widerstand gegen die Juden leisten. Ein weiteres Ziel ist der Umsturz jener Dynastien, die man noch nicht einer von Juden abhängigen und geführten Demokratie unterworfen hat.

Dieses Ziel der jüdischen Anstrengungen ist immerhin bis zu einem gewissen Grade vollständig erreicht. Der Zarismus und das Kaisertum in Deutschland sind beseitigt worden. Im Zuge der Bolschewistischen Revolution wurden die russische Oberschicht und auch die nationale Intelligenz — durch unmenschliche Tortur und Barbarei — ermordet und völlig ausgelöscht. Die Opfer dieses jüdischen Kampfes um die Vorherrschaft in Russland belaufen sich auf 28 bis 30 Millionen Angehörige des russischen Volkes. Fünfzehn Mal mehr, als der Weltkrieg Deutschland gekostet hat. Nach der Revolution haben sie alle Bande der Ordnung, Moral, Sitte, usw. [noch weiter] zerschnitten, schafften die Ehe als Institution ab und proklamierten an ihrer Stelle universelle Zügellosigkeit mit dem Ziel, durch diese Bastardisierung einen im Allgemeinen minderwertigen menschlichen Brei hervorzubringen, der unfähig zur Führung und schließlich nicht mehr fähig ist, ohne die Juden als sein einziges intellektuelles Element auszukommen.[ii]

Eine andere nationalsozialistische Quelle hielt dabei folgendes fest: „Nur jene, die die Periode des jüdischen Terrors und Schlachtens, die Ermordung von Geiseln, Plünderungen und Brandstiftungen [während der Münchner Räterepublik 1919] erlebt haben, können begreifen, warum München zur Geburtsstätte des Nationalsozialismus wurde, von wo aus sich die Bewegung in andere Teile Deutschlands verbreitete, und endlich der jüdischen Dominanz ein Ende bereitete.”

Trotz der zentralen Bedeutung der Bedrohung durch den „jüdischen Bolschewismus” als Teil des nationalsozialistischen Grundprogramms ignoriert Aly die ganze Thematik vollständig, weil sie nicht zu seiner Theorie des „pathologischen Neids” als Erklärung für den deutschen „Antisemitismus“ passt. In einem Werk von 304 Seiten, das vorgibt, die Ursprünge von Hitlers Popularität zu analysieren, taucht das Word „Kommunismus” läppische drei Mal auf.

Keine Erwähnung jüdischer ethnischer Netzwerke

Genau wie Aly außer Acht lässt, inwiefern die durchaus reale Angst vor dem Kommunismus zur Unterstützung für die Nationalsozialisten beitrug, ist das Fehlen jeglicher Diskussion der Rolle jüdischer ethnischer Netzwerke beim rapiden sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt der Juden zu jener Zeit ein weiterer wichtiger Schwachpunkt von Warum die Deutschen? Warum die Juden?. Der jüdische Historiker Jerry Muller erkennt in seinem Buch Kapitalismus und die Juden die Wichtigkeit jüdischer ethnischer Netzwerke für die jüdische sozial aufsteigende Mobilität an, indem er bemerkt, dass „die Verpflichtung, sich um andere Juden zu kümmern, tief im jüdischen Gesetz und der Kultur verankert war, und diese existierte nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis.”[iii] Ein wiederkehrendes Thema in Deutschland während des 19. Jahrhunderts war, wie, wenn nicht vom Staate überwacht, jüdische ethnische Netzwerke ausnahmslos zu einer Monopolisierung ganzer Industrien und Berufe führte, und wie dies deutschen Interessen schadete.

1819, zum Beispiel, bemerkte der deutsche Schriftsteller Hartwig von Hundt-Radowsky, dass die antijüdischen „Hep-Hep-Unruhen”, die in jenem Jahr in Süddeutschland ausbrachen, durch “die Rechte, die man Israeliten in vielen Staaten gewährt hatte” ausgelöst worden waren und die „zu Armut und Unterernährung in vielen Regionen geführt hatten, da die Juden den gesamten Handel und die Industrie der christlichen Bevölkerung abwürgte.” Er hielt fest, dass der Erfolg, den Juden „in allen profitablen Geschäftszweigen aufweisen, seit verschiedene Staaten, von einem falsch verstandenen Humanismus geleitet, ihnen die Freiheit, ihre eigenen Handelszweige wählen zu lassen gewährten, gleichzeitig eine Erlaubnis ist, Christen ins Elend zu stürzen.”[iv]

Ungefähr zur gleichen Zeit warnte der deutsche Gelehrte Jakob Friedrich Fries in ähnlicher Weise vor den Gefahren, die die jüdischen ethnischen Netzwerke und der Nepotismus für die einheimische Bevölkerung darstellten und wies darauf hin, dass „der christliche Kaufmann, der auf sich allein gestellt ist, dagegen niemals konkurrieren kann.” Indem er das Beispiel der Juden in Frankfurt am Main anführte, die man 1796  aus dem Ghetto gelassen hatte und die in der Gesellschaft schnell aufgestiegen waren, mahnte er: „Erlaubt ihnen bloß, für schiere 40 Jahre oder mehr weiterzumachen, und die Söhne aus den besten christlichen Häusern werden sich bei ihnen als Diener verdingen müssen.”[v]

Der Wirtschaftstheoretiker Friedrich List argumentierte1820, dass der Staat das Recht und die Pflicht hätte, die einheimische deutsche Mehrheit vor der jüdischen wirtschaftlichen Dominanz und Ausbeutung zu schützen.[vi] Rechtliche Beschränkungen für Juden wurden im Großherzogtum Posen 1833 aufgehoben, eine Region mit einem bedeutenden jüdischen Bevölkerungsanteil. Wenig später ein Bürgerkomitee für jüdische Angelegenheiten, dass nach der Lockerung der Beschränkungen die Juden nicht lange gebraucht hätten, um die „wichtigsten Straßen und Marktplätze zu übernehmen sowie Handel und Industrie zu beherrschen.” Sollten ihnen volle Bürgerechte gewährt werden, so argumentierte das Komitee, – „so würden fast alle Städte und Dörfer im Großherzogtum unter die alleinige Verwaltung der Juden kommen.”

Im Königreich Sachsen übte das Volk Druck auf die königliche Familie aus, antijüdische Beschränkungen bei gewissen wirtschaftlichen Aktivitäten beizubehalten. Dresden erlaubte „höchstens” vier jüdische Kaufleute, damit die Geschäftsstraßen nicht „vor jüdischen Händlern wimmeln und der Handel in jüdische Hände falle”. Führende örtliche Bürger warnten, dass jede Lockerung der Beschränkungen dazu führen würde, dass „Juden das ganze Land überfluten würden, sodass bald ein Bauer kein einziges Kalb mehr verkaufen könnte ohne jüdische Mitwirkung.”[viii]

Kevin MacDonald bemerkt in Der jüdische Sonderweg, dass es vom „Standpunkt der Gruppe aus stets wichtiger war, den Ressourcenabfluss von der nichtjüdischen hin zur jüdischen Gemeinschaft zu maximieren als einzelnen Juden zu erlauben, ihre Interessen auf Kosten der jüdischen Gemeinschaft zu maximieren.”[ix] Er weist darauf hin, dass die Neigung der Juden, eine „Gruppenwirtschaft” zu betreiben, die einen hohen Grad an wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Protektion innerhalb der Gruppe beinhaltet, diesen Gruppen „einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber individuellen Strategien gewährt.”[x]  Die Wirksamkeit dieser Strategie wurde 1914 deutlich, als Juden ein fünfmal höheres Einkommen hatten als der durchschnittliche Deutsche.[xi]

1916 plädierte der deutsche Ökonom Gustav Schmoller dafür, nur eine kleine Anzahl Juden in die höheren Ränge des Militärs oder des Beamtentums aufzunehmen. Ansonsten, befürchtete er, „würden sie geschwind dem Staate und seiner Verwaltung alles diktieren. … In wie vielen Fällen hat sich die Prophezeiung bewahrheitet, dass sobald man den ersten jüdischen Ordinarius aufnimmt, man innerhalb von zehn Jahren fünf oder mehr von ihnen hat.”[xii] Diese Tendenz zur Kenntnis nehmend und wie sie zu einer jüdischen Vorherrschaft an den Fakultäten der bayrischen Universitäten geführt hatte, wies im gleichen Jahr ein Abgeordneter des Bayrischen Landtag, Ottmar Rutz, darauf hin, dass „jeder jüdische Professor und jeder jüdische Beamte einen Nachkommen des deutschen Volkes niederhält. Um diese Art der Ausgrenzung dreht es sich letztendlich. Es dreht sich nicht darum, einen oder mehrere Nachfahren des jüdischen Volkes zu beleidigen oder anzugreifen. Dies hat alles damit nichts zu tun, und auch nicht meine Eingaben. Es dreht sich nur darum, die Nachfahren des deutschen Volkes zu fördern und sie vor Ausgrenzung zu schützen.”[xiii]

Die jüdische Überrepräsentierung bei den gelernten Berufen war damals, und ist es jetzt, von solch einem Ausmaß, dass sie nicht allein auf der Basis eines höheren IQ und kultureller Unterschiede erklärt werden kann—sondern war und ist sie das Ergebnis eines massiven jüdischen Nepotismus. Die Rolle der jüdischen ethnischen Netzwerke bei der riesigen Überrepräsentierung von Juden an den Eliteuniversitäten in den Vereinigten Staaten machen jüngste Studien deutlich, die beweisen, dass Juden in der Ivy League weit über das Maß vertreten sind, das man vom IQ her erwarten könnte, während Weiße europäischer Abstammung dementsprechend unterrepräsentiert sind. Bei hohen IQs sind Nichtjuden Juden in Amerika auf jeder gegebenen Stufe zahlenmäßig weit überlegen. Zum Beispiel gibt es ca. siebenmal so viele Nichtjuden wie Juden mit einem IQ höher als 130 (Kennzeichen erfolgreicher Geschäftsleute), und 4,5 Mal mehr mit einem IQ höher als 145. Es ist offensichtlich, dass es  nicht siebenmal so viele Nichtjuden wie Juden unter der Elite in den USA gibt—eher das Gegenteil. Wäre die Situation, angesichts des stark ausgeprägten jüdischen Ethnozentrismus, in Deutschland im 19. und frühen 20. Jahrhundert in irgendeiner Weise anders gewesen?

Praktisch keine Erwähnung der jüdischen kulturellen Subversion als eine Ursache des „Antisemitismus”

Genau wie er das entscheidende Phänomenon der jüdischen ethnischen Netzwerke völlig ignoriert, so nimmt Aly nicht zu Kenntnis, dass es einen Bezug gibt zwischen unverhältnismäßigem Reichtum und unverhältnismäßigem politischen und kulturellen Einfluss, der sich auch auf die Legislative sowie die Medien erstreckt, und wie dieser Einfluss von jüdischen Eliten gehandhabt wurde, um die deutsche Gesellschaft gemäß ihren eigenen Interessen umzugestalten. Ethnische Konkurrenz existiert nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im kulturellen und politischen Bereich. Die durch das Wohlstandsgefälle entstandene Verbitterung ist nur ein Teil (wenngleich ein äußerst bedeutender) eines komplexen Gesamtbildes.

Kevin MacDonald hat oft darauf hingewiesen, dass es keine Rolle spielen würde, wenn Juden eine wirtschaftliche Elite wären, die nicht den traditionellen Völkern und Kulturen des Westens feindselig gesinnt ist. Doch in der Praxis sind sie leider feindselig und diese Feindschaft besteht seit Tausenden von Jahren. In Absonderung und ihr Unbehagen schreibt er, dass die verstärkte Konkurrenz um Ressourcen zwischen Deutschen und Juden, besonders nach 1870, „zu einer massiven jüdischen Überrepräsentierung bei allen Indikatoren für wirtschaftlichen und beruflichen Erflog als auch im Kulturbetrieb führte, wobei man dort ihr Einfluss als schädlich ansah.”[xiv] In seinem Werk Deutscher Genius bemerkt Peter Watson, dass nach 1880, und speziell nach dem Verfahren gegen Dreyfus in Frankreich im Jahre 1893, “die Juden zunehmend in Europas als besonders ‘degeneriert’ wahrgenommen wurden.’”[xv]

Eine nationalsozialistische Quelle aus dem Jahre 1938 betont, wie „die Desintegration und der Verfall des deutschen intellektuellen Lebens unter jüdischer Vorherrschaft im Bereich der leichten Unterhaltung am offensichtlichsten war und dort auch die grobsten Formen annahm.“ In der politisch instabilen Zeit nach Deutschlands Niederlage 1918, als Gesetz und Ordnung vollständig zusammengebrochen waren, “brach ein wahrer Sturm an jüdischer unmoralischer Literatur, obszöner Filme und Theaterstücke über Deutschland herein.” Die Besitzer der Berliner Revue-Theater, welche „Juden ohne eine einzige Ausnahme waren”, boten dem Publikum „wahre Orgien an Sexualität und Zügellosigkeit. Alle Gegebenheiten des Lebens wurden ausschließlich unter dem Aspekt sinnlichen Verlangens und seiner Befriedigung betrachtet.” Berlin hatte schnell den Ruf, die „unsittlichste Stadt der Welt” zu sein. Die zunehmende Verbreitung von Unsittlichkeit und Unmoral zwang die Regierung 1926 dazu, „verfassungsrechtliche Schritte zur Beseitigung von Schund- oder sonstiger minderwertiger Literatur zu unternehmen.”

Revueposter

Revueposter aus der Weimarer Republik

Die Themen jüdische Moral sowie kulturelle und politische Subversion durchdringen die Reden und Schriften Hitlers und anderer führender Nationalsozialisten. In „Mein Kampf“ schreibt Hitler, dass der jüdische Einfluss auf das deutsche kulturelle Leben hauptsächlich darin bestand, „die Leute aus das Niveau ihrer eigenen niederen Gesinnung herunterzuziehen.” Gleichermaßen erinnert er sich, wie er sich selbst einmal fragte, ob „es irgendein zwielichtiges Unterfangen gab, irgendeine Gemeinheit, besonders im kulturellen Leben, an der nicht mindestens ein Jude mitgewirkt hat?” um später festzustellen, dass „Sobald man das Skalpell sorgfältig an diese Art Abszess ansetzte, hat man sofort wie eine Made in einem verwesenden Körper, einen kleinen Juden entdeckt, der oft vom plötzlichen Lichteinfall geblendet war.”[xvi]

Bei einem kurzen Abschwenken von seiner „Neidtheorie” bestätigt Aly selber die weitverbreitete Ansicht, dass Juden durch ihren verderblichen politischen und kulturellen Einfluss dabei waren, die deutsche Kultur zu zerstören, und dass diese Meinung, die in allen sozialen Schichten verbreitet war, „zu einem Massenphänomen wurde und den Weg ebnete für den rassischen Antisemitismus als Kern der nationalsozialistischen Weltanschauung.”[xvii] Laut dieser Weltanschauung „genossen am Ende der Emanzipationsära die Juden in Deutschland praktisch ein Monopol auf all die Berufe, die intellektuellen und politischen Einfluss ausübten. Das versetzte sie in die Lage, ihre völlig fremden Eigenschaften dem gesamten öffentlichen Leben des Landes aufzuzwingen.”

Rassische und ethnische Gruppen kämpfen um ihre Positionen, indem sie die Gedanken und Ideen kontrollieren, die in die Köpfe ihrer Konkurrenten gelangen. Das erklärt den unabänderlichen Drang der Juden, Vorherrschaft und die Kontrolle über die Medien und die Unterhaltungsindustrie auszuüben. Sie haben begriffen, dass Einfluss auf die Medien ein sehr wichtiger Aspekt der ethnischen Konkurrenz in der modernen Welt ist: fülle die Köpfe Deiner ethnischen Konkurrenten mit Dingen, die nicht wahr sind oder familienfeindlich, oder fördere adaptives Benehmen unter Nichtjuden, denn es kommt deiner eigenen Gruppe zugute. Jene Nichtjuden, die sich dessen bewusst sind, was abläuft, stoßen sich natürlich an dieser Art der ethnischen Kriegführung, die den öffentlichen Informationsfluss kontrolliert — und die Deutschen waren keine Ausnahme.

Die deutschen Medien in den Jahren vor 1933 waren fast vollständig in jüdischer Hand. Die Zeitungen mit der größten Auflage, die Berliner Morgenpost, die Vossische Zeitung und das Berliner Tageblatt befanden sich im Besitz der jüdischen Firmen Ullmann und Mosse und die Belegschaft bestand in überwältigendem Maße aus jüdischen Lektoren und Journalisten. Die marxistische Presse, darunter bekannte Publikationen wie Vorwärts, Rote Fahne und Freiheit was ebenfalls unter jüdischer Kontrolle. Der jüdische Essayist Moritz Goldstein bemerkte 1912: „Niemand stellt wirklich die Macht in Frage, die die Juden in der Presse ausüben. Insbesondere Kritik, zumindest was die größeren Städte und deren einflussreiche Zeitungen betrifft, scheint zu einem jüdischen Monopol zu werden.”

Sogar Deutsche, die Hitler ablehnend gegenüberstanden, wie die Hamburger Philosophin und Frauenrechtlerin Margarethe Adam, bestätigten die Realität einer jüdischen Medienkontrolle. Während einer Diskussion, die sie 1929 über die Judenfrage mit der jüdischen Historikerin und Soziologin Eva Reichmann-Jungmann führte, sagte sie: „Seiner Natur nach wird der Jude von den Ariern als ein unterschiedliches menschlichen Wesens wahrgenommen.” Die Feindschaft vieler Europäer gegenüber den Juden war, in ihren Worten, fast eine reflexhafte Antwort auf die „abgrundtiefe Verachtung, die Juden für Christen empfanden.” Als Beweis für ihre Behauptung zitierte Adam die mächtige jüdische Press, die „voll ist mit Beleidigungen und Verachtung für die großen Persönlichkeiten der deutschen Vergangenheit.” Sie erklärte, dass „es diese Presse ist, die Leute dazu bewegt, wiederholt von ‘jüdischer Solidarität’ im schlimmsten Sinne des Wortes zu sprechen.”[xviii]

 

Heinrich von Treitschke ungenau dargestellt

Um seine „Neidtheorie” eines deutschen „Antisemitismus” zu untermauern, zitiert Aly die 1879 erfolgte Publikation des Artikels „Unsere Aussichten” im angesehenen Journal Preußische Jahrbücher durch den bekannten deutschen Historiker Heinrich von Treitschke. Dieser Artikel war, behauptet Aly, an „die Söhne der rapide abnehmenden Klasse der Handwerker und Kaufleute gerichtet, „eine Gruppe, die „Angst hatte um ihre Zukunft.” Treitschke war der Überzeugung, dass „in jüngster Zeit ein gefährlicher Geist der Arroganz in jüdischen Zirkeln geweckt worden ist” und er verlangte, dass Juden mehr „Toleranz und Bescheidenheit” zeigen, wobei er bemerkte: „Der Instinkt der Massen hat die Juden als dringende Gefahr erkannt, eine zutiefst beunruhigende Gefahrenquelle für unser neues deutsches Leben.” Die belesensten Deutschen, verkündete er, riefen mit einer Stimme: „Die Juden sind unser Unglück.”[xix]

Treitschkes „Unsere Aussichten” charakterisierte auf polemische Weise jüdische Einwanderung nach Deutschland aus Osteuropa als „eine Invasion junger, ehrgeiziger Hosenverkäufer”, die danach strebten, dass ihre „Kinder und Enkel Deutschlands Finanzmärkte und Zeitungen dominieren.” Der nationalistische Historiker prangerte die „Verachtung der geschäftigen Horden drittklassiger semitischer Talente” und ihre „Geringschätzung” christlicher Deutscher an, und merkte an, wie „sehr dieser Schwarm unter sich blieb.” Inhaber von insgesamt vier Professuren während seines Lebens,  arbeitet sich Treitschke in eine wahre Ekstase wegen „der neuen jüdischen Natur”, dessen Tendenzen und Eigenschaften „vulgäre Geringschätzung”, „hochgradige Verachtung”, „Gerissenheit“, „Wendigkeit”, „hartnäckige Anmaßung” und „beleidigende Selbstüberschätzung” beinhalteten. All diese Charakteristika, behauptete Treitschke, wirkten sich zum Nachteil der christlichen Mehrheit aus, mit ihrer „demütigenden Frömmigkeit” und „altmodischen, humorvollen Liebe zur Arbeit.” Sollten die Juden weiterhin auf ihrer separaten Identität bestehen und es ablehnen, sich in die deutsche (für Treitschke bedeutete das die protestantische) Nationalkultur zu integrieren, so drohte der Historiker, dass „die einzige Antwort darauf ihre Auswanderung und die Gründung eines jüdischen Staates irgendwo im Ausland wäre.”[xx]

Ohne den historischen und intellektuellen Kontext zu berücksichtigen, behauptet Aly, dass die Feindschaft gegen Juden in Treitschkes Artikel, den er als völlig unbegründet ansieht, „symptomatisch für Deutschland als Ganzes” war und von pathologischem Neid herrührte. Indes wird der eigentliche Kontext von Treitschkes Publikation in Albert Lindemanns Buch Esaus Tränen: Moderner Antisemitismus und der Aufstieg der Juden erklärt. Lindemann bemerkt, dass „in den Darstellungen jener Zeit dieser Kontext oft vernachlässigt oder ignoriert wird” und der eigentliche Auslöser für Treitschkes Beschwerden über Juden in Deutschland das Wesen der Werke des führenden jüdischen Historikers Heinrich Graetz war und der begeisterte Zuspruch, den diese unter deutschen Juden fanden.

Obwohl seine Geschichte der Juden immer noch von jüdischen Historikern des 20. Jahrhunderts als eines der  größten geschichtswissenschaftlichen Werke des 19. Jahrhunderts über Juden gelobt wird, bestehen wenig Zweifel daran, dass das darin ausgedrückte Gefühl einer jüdischen Höherwertigkeit, besonders im 11. Band, welcher zum ersten Mal 1868 erschien, zeitweise engstirnig und übertrieben war. Im Vergleich dazu könnte man in der Tat Treitschkes Geschichte der Deutschen  als großmütig bezeichnen, speziell was die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden angeht, ihre relativen Leistungen und Fehler.[xxi]

Lindemann weist darauf hin, dass Graetz eine „tiefe Verachtung für die alten Griechen empfand und insbesondere für die Christen des Mittelalters nur Spott übrig hatte”. Freud und die Frankfurter Schule voraussehend, betrachtete Graetz die gegenwärtige europäische Zivilisation als „moralisch und physisch krank.” „Viel von dem, was Graetz verfasst hatte, verletzte aufs Gröbste damalige deutsche Empfindlichkeiten” und deshalb war es kaum verwunderlich, dass Treitschke Antwort „so zornig” ausfiel. List und Tücke als äußerst effektive Formen ethnischer Kriegführung preisend, hatte Graetz geschrieben, dass die jüdischen Literaten Börne und Heine „dem Judentum abgeschworen hatten, aber nur wie Kombattanten, die die Uniform des Gegners tragen und diesen so umso leichter schlagen und vernichten können.” Darüber hinaus, in seiner privaten Korrespondenz, „brachte Graetz seine destruktive Verachtung für deutsche Werte und das Christentum freimütiger zum Ausdruck.” Zum Beispiel schrieb er 1868 in einem Brief an Moses Hess, dass „wir in erster Linie das Christentum zerschlagen müssen.”

Der jüdische Historiker Heinrich Graetz

Als er von solchen Ansichten Kenntnis erhielt, bemerkte Treitschke ärgerlich, dass „der Mann jedes Mal vor Freude quiekt, wenn er etwas richtig Gemeines über die Deutschen sagen kann.”[xxii] Graetzs eigene Version der Geschichte und die Tatsache, dass sie bei Juden so gut ankam, veranlassten Treitschke dazu, die Reaktionen vieler Deutscher auf die Verhöhnung des Volkes, von Kultur und Religion durch Mitglieder einer in ihrer Mitte lebenden fremden Rasse zu artikulieren:

Was für ein tödlicher Hass auf die reinsten und mächtigsten Exponenten des deutschen Charakters, von Luther hin zu Goethe und Fichte! Und was für eine schale, beleidigende Selbstverherrlichung! Hier wird durch ständige Beschimpfungen in satirischer Form bewiesen, dass die Nation Kants in Wirklichkeit einzig durch Juden zur Menschlichkeit erzogen wurde, dass die Sprache von Lessing und Goethe für Schönheit, Geist und Witz nur durch [die Juden] Börne und Heine sensibilisiert wurde! … Und diese hartnäckige Geringschätzung des deutschen Nichtjuden ist bei weitem nicht nur die Einstellung eines einzelnen Fanatikers.[xxiii]

Graetz fand einen Nachahmer in der Weimarer Republik in der Figur des jüdischen Intellektuellen und Journalisten Kurt Tucholsky der, unter einer Vielzahl von Pseudonymen „die Ideale der  deutschen Nation verspottete: mit beißendem Sarkasmus goss er Spott über jedes religiöse und nationale Empfinden aus.”  Indem er bewusst den historischen und intellektuellen Kontext von Treitschkes bekanntem Werk weglässt, verewigt Aly die Mär, dass die deutsche Feindschaft gegen Juden in keiner Form etwas mit jüdischem Verhalten zu tu hat. Diese absichtliche Verzerrung versetzt Aly in die Lage, Treitschke unbekümmert als einen „intellektuellen Agitator” und Verfasser „antijüdischer Polemik” abzutun.

Der Autor lässt dem deutschen Komponisten Richard Wagner eine ähnlich schäbige Behandlung zukommen, denn dieser ist für ihn „ein paradigmatisches Beispiel dafür, wie Verbitterung Hass gegen Juden unter deutschen Intellektuellen und Künstlern hervorrief.“ Wie ich bereits vorher bemerkte, sind viele von Wagners Ansichten in Bezug auf die Judenfrage stichhaltig. Aly ist jedoch unwillig, Wagners Schriften irgendeiner detaillierten und unparteiischen Analyse zu unterziehen und argumentiert lediglich, dass „keine von Wagners zahlreichen Rechtfertigungen das persönliche wirtschaftliche Interesse verbergen konnte, das sich eindeutig hinter seiner Animosität verbarg.”[xxiv] Laut Aly sind antijüdische Äußerungen niemals rational, sondern stets das Produkt einer abartigen Phantasie, während jüdische Kritik an den Europäern immer auf einer gründlichen rationalen Basis erfolgt.

 

Schlussfolgerung

Alys Buch endet mit der Behauptung, dass die „heutigen Generationen von Deutschen dem Wunsch ihrer Vorfahren, in der Welt voranzukommen, eine Menge schulden. Genau aus diesem Grund gibt es für sie keinen Weg, den Antisemitismus von ihren Familiengeschichten zu trennen.” Er verteidigt die giftige Kultur des Holocausts, die heutzutage zur Zerstörung Deutschlands führt, indem er argumentiert, dass die heutigen Deutschen eine moralische Verpflichtung haben, „den mörderischen Antisemitismus ihrer Vorväter” zu bewältigen und dafür zu büßen. [xxv]

Trotz seiner vielen Mängel (in Wahrheit genau deswegen) ist Warum die Deutschen? Warum die Juden? von den etablierten Kritikern gelobt wurden. In der New York Review of Books beschreibt Christopher Browning Alys Buch als: “ein altes Problem aus einem bemerkenswert neuen Blickwinkel betrachtet. …  Aly ist einer der innovativsten und ressourcenreichsten Gelehrten, der sich mit Holocaust-Studien beschäftigt. Wieder und wieder hat er eine Fähigkeit bewiesen, bisher noch nicht angezapfte Quellen zu finden, einfühlsame Fragen zu artikulieren und klare, wenn auch oft herausfordernde und kontroverse Argumente zu bringen.”

Die Mehrheit der jüdischen Kritiker ist in ähnlicher Weise angetan. Dagmar Herzog von der New York Times behauptete, dass die „Vielfalt der von Aly angehäuften Hinweise — sowohl von sich selbst entlarvenden Antisemiten als auch von äußerst vorherwissenden jüdischen Schriftstellern — von sich aus bereits unglaublich ist und [das Buch] zu einer packenden Lektüre macht”. Die jüdische Zeitung Daily Forward nannte das Buch „immer wieder fesselnd. … Eine durchdringende und provokante Studie, [die] eine scharfsinnige Einsicht in die deutsche Mentalität über die letzten beiden Jahrhunderte bietet.” Misha Brumlik bezeichnete in Die Zeit Alys Werk als „brillant, leidenschaftlich, provokant” und laut Michael Blumenthal, einst Jimmy Carters Finanzminister und heute Direktor des Jüdischen Museums Berlin, hat Alys „Analyse eines tiefsitzenden sozialen Übels das Unverständliche verständlich gemacht.”[xxvi]

Nichtsdestotrotz ist für manche Alys pathologische Neidthese — trotz seiner eifrigen Anstrengungen, die Ursachen dieses Neids einzig und allein im krankhaften und verformten deutschen Geist zu orten— unbefriedigend, weil sie es versäumt, die wahrhaft „böse” Natur des „Antisemitismus”, der einst die deutsche Gesellschaft durchdrang, zu erfassen. Im Magazin Commentary verwarf der jüdische Schriftsteller Daniel Johnson  Alys grundlegende Botschaft als „eine eher wissenschaftliche Version von Hannah Arendts These der ‘Banalität des Bösen’”. „Das Böse der Shoah war ‘radikal’, weil es keine soziale oder wirtschaftliche Begründung hatte. Weil sie kein Motiv oder Zweck jenseits ihrer eigenen wahnwitzigen internen Logik hatte, kannte ihre Grausamkeit ebenfalls keine Grenzen, keine Verhältnismäßigkeit, keine Menschlichkeit. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes unmenschlich.” Johnson: „Neid” als Motivation, um den „Abgrund des Bösen” zu erklären, den der deutsche Judenhass darstellt, greift zu kurz. Seiner Meinung nach “Dreht es sich hier um etwas dunkleres, krankhafteres, noch ‘unverständlicheres’.”

Während Warum die Deutschen? Warum die Juden? mit der Wahrheit flirtet, leidet es unter den Verzerrungen und Unterlassungen, die ich in dieser Rezension erwähnt habe. Der Wettbewerb um den Zugang zu Ressourcen, und darunter fällt im weitesten Sinne auch der Konkurrenz im Kulturbetrieb, ist zweifelsohne eine primäre Ursache für Feindschaft zwischen Gruppen— und er war ein wichtiger Faktor, der zur deutschen Abneigung gegen Juden im 19. und frühen 20. Jahrhundert beigetragen hat. „Neid” zum einzigen kausalen Faktor des deutschen „Antisemitismus” nach der Aufklärung zu machen, ist gelinde gesagt zu simplistisch. Die Ursachen der deutschen Feindschaft gegen Juden während jener Zeit waren vielfältig: jüdische wirtschaftliche Konkurrenz (verschärft durch jüdisch ethnische Netzwerke und Nepotismus), unverhältnismäßige jüdische Verstrickung in revolutionäre politische Bewegungen, jüdische Moral sowie kulturelle Subversion und Dominanz. Ethnische Konkurrenz nimmt viele Formen an und die Durchsetzung jüdischer ethnischer Interessen (wirtschaftliche, politische und kulturelle) führt unausweichlich zu Feindschaft bei jenen, deren eigene Interessen beeinträchtigt werden. Die Deutschen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren keine Ausnahme. Angesichts der Allgegenwärtigkeit des „Antisemitismus” im Laufe der Geschichte sollte es für jedermann ersichtlich sein, dass die Juden selbst die Träger und Übermittler von „Antisemitismus” sind.

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