Rezension von Daniel Jonah Goldhagens „Das Böse stirbt nie aus”, Teil 3

Teil 1
Teil 2

Juden und Kommunismus

Goldhagen verkündet verärgert, dass jedwede Behauptung, Juden „wären verantwortlich für die russische Revolution und ihre Prädation” eine „Verleumdung” sei. „Falls Sie Juden mit Kommunismus assoziieren, oder noch schlimmer, den Kommunismus für eine jüdische Erfindung und Waffe halten, dann wird jedes Mal wenn das Thema aufkommt, geschweige denn die Bedrohung durch den Kommunismus, den Marxismus, Revolutionen oder die Sowjetunion, Gedankengut heraufbeschworen, bekräftigt, ja sogar vertieft, dass Juden abträglich ist und die Feindseligkeit gegen Juden in den jeweiligen Ländern anheizt.”[1]

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Somit ist für Goldhagen jede Verflechtung von Juden und Kommunismus eine „Verleumdung”. Dies trotz der Tatsache, dass etablierte jüdische Historiker bereitwillig betätigen, dass Juden enorm überrepräsentiert waren unter denjenigen, die für die ideologische Basis sowie die Steuerung und Verwaltung der mörderischen kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa verantwortlich zeichneten. Bernhard Wasserman, Professor für Moderne Jüdische Geschichte an der Universität Chicago, bemerkt zum Beispiel, dass „die europäische Linke in großem Umfang eine jüdische Schöpfung war. In Deutschland hatten Marx, Hess, und Lassalle, alle drei jüdischer Herkunft, Mitte des 19. Jahrhunderts die sozialistische Bewegung gegründet und entscheidend beeinflusst.”[2] Zusätzlich wies der jüdische Historiker Norman Cantor auf folgendes hin: “In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schlug der marxistisch-leninistische Kommunismus wie ein elektromagnetischer Blitz in den jüdischen Gemeinschaften von Moskau bis Westeuropa, den Vereinigte Staaten und Kanada ein. Er fand die lebenslange Zustimmung brillanter, hingebungsvoller jüdische Männer und Frauen.’[3]

Der prominente jüdische Intellektuelle und Schriftsteller Chaim Bermant bemerkte: „Zu Beginn dieses [20.] Jahrhunderts waren für viele Leute die Worte radikal und Jude fast das Gleiche und viele linke Denker oder Politiker wurden einzig aufgrund ihres Radikalismus für Juden gehalten.” „Als nach dem Chaos des 1. Weltkrieges schließlich in ganz Europa Revolutionen ausbrachen, hielten Juden überall das Heft in der Hand.”[4] Um nur ein Beispiel zu nennen: von den 49 Kommissaren in Bela Kuns kurzlebiger Ungarischer Sowjetrepublik waren 31 Juden.[5]

Von den sieben Mitgliedern des ursprünglichen Politbüros, dem inneren Zirkel des neuen bolschewistischen Regimes, waren vier — Trotsky, Zinoviev, Kamenev und Sverdlov — Juden. In ähnlicher Weise hatte die Führung der Bolschewistischen Partei ein verblüffendes Übergewicht an Juden. Im März 1917 schaffte die nach der ersten Russischen Revolution eingesetzte Provisorische Regierung alle gesetzlichen Beschränkungen gegen Juden ab, beginnend mit den Ansiedlungsrayons. Nachdem die Bolschewiki im Oktober 1917 die Macht ergriffen hatten, setzten sie in den ersten Jahren der Herrschaft Lenins alles daran, den Antisemitismus in Russland mit legalen Mitteln auszuradieren. Wie der jüdische Geschichtswissenschaftler Jerry Muller notiert, gelangten nach der Revolution Juden schnell in „wichtige und besonders relevante Positionen in Bürokratie und Verwaltung des neuen Regimes” und als Ergebnis dessen war die erste Begegnung mit den neuen Machthabern für viele Russen „wahrscheinlich mit einem Kommissar, einem Steuerbeamten oder einem Mitglied der Geheimpolizei jüdischer Herkunft.” Er räumt ein:

Mit so vielen Bolschewiki jüdischer Herkunft in leitenden Stellungen war es naheliegend, den Bolschewismus als ein  ‘jüdisches’ Phänomen zu betrachten. Wenn sogar Winston Churchill, selber in keiner Weise ein Antisemit, den Bolschewismus als eine Krankheit des jüdischen Staatskörpers ansah, so kamen jene, die Juden für Feinde der christlichen Zivilisation hielten, schnell zu dem Schluss, dass der Bolschewismus wenig mehr war als die Umwandlung der Essenz der jüdischen Seele.[6]

Nach der dramatischen Schicksalswende für das russische Judentum unter den Bolschewiki kehrten einige aus dem zaristischen Russland geflüchteten Juden zurück, um Zeugen der unglaublichen Vorgänge zu werden. Ein jüdischer Beobachter meinte: „Die Welt wurde auf den Kopf gestellt”. „Die Verachteten sitzen nun auf dem Thron und die Schwächsten sind jetzt die Mächtigsten.” Weiterhin notierte besagter Autor A.S. Sachs dazu triumphierend:

Die jüdischen Bolschewiki beweisen der ganzen Welt, dass das altehrwürdige jüdische Volk noch nicht degeneriert, sondern voller Lebenskraft und Schlagkraft ist. Wenn ein Volk Männer hervorbringen kann, die die Fundamente der Welt untergraben sowie Länder und Regierungen das Fürchten lehren, dann ist das für sich genommen ein gutes Omen und ein klares Anzeichen für dessen Jugendlichkeit, Vitalität und Stehvermögen.[7]

Der rapide Aufstieg der Juden in wirtschaftliche, kulturelle und politische Führungsränge ab 1920 erreichte Mitte der 30er Jahre seinen Höhepunkt. „Das letzte für das Politbüro ernannte jüdische Mitglied,” so Muller, „war Lazar Kaganovich, später verantwortlich für die politisch motivierte Hungersnot, die Millionen ukrainischer Bauern das Leben kostete.” In Polen fluktuierte die jüdische Mitgliedschaft in der Kommunisten Partei zwischen 22 und 35% der Gesamtzahl. Juden waren in der Parteiführung sogar noch zahlreicher vertreten: 1935 stellten sie angeblich 54% der „Führer vor Ort” und 75% des für Propaganda zuständigen sog. technischen Personals.

Famine

Muller bemerkt zudem, dass „nirgendwo sonst Juden eine prominentere Rolle bei der Sowjetisierung einer Nation gespielt haben” als in Ungarn nach dem 2. Weltkrieg, wo „die Schlüsselstellung des Generalsekretärs wieder von einem Juden eingenommen wurde, Mátyás Rákosi, der sich selbst als ‘Stalins besten Schüler bezeichnete.’”[8]  Die folgenden fünf wichtigsten Positionen bekleideten ebenfalls Juden, während 30% der höheren Polizeibeamten oder noch mehr Juden waren und „Juden vielen Abteilungen des Sicherheitsapparats vorstanden.” Die Mehrheit hatte Jahre, manche sogar Jahrzehnte in der Sowjetunion verbracht, während andere „aus den Konzentrationslagern zurückgekehrt waren oder den Krieg in Budapest überlebten”. Sie betrachteten nicht nur die Sowjets als ihre Befreier, sie hegten zudem „einen brennenden Wunsch nach Rache an den Ungarn”, die mit den Deutschen kollaboriert hatten.

„Indem sie in die Armee, die Polizei und den Sicherheitsapparat gelangten,” schreibt Muller, „waren diese jungen jüdischen Überlebenden in der Lage, mit den Pfeilkreuzlern abzurechnen.”[9] Es war kaum überraschend, dass in solch einem Umfeld 1946 antijüdische Unruhen ausbrachen. Die gewalttätige Natur des neuen Regimes kann auch daran bemessen werden, dass zwischen 1952 und 1955 „die Polizei für über eine Million Ungarn Akten anlegte, von denen 45% bestraft wurden” und Muller gesteht ein, dass „Juden bei der Unterdrückung eine herausragende Rolle spielten.”[10] Die zugrunde liegende Motivation für die überproportionale jüdische Beteiligung an gewalttätigen revolutionären kommunistischen Bewegungen war für Cantor offensichtlich:

Die Bolschewistische Revolution und einige ihrer Auswirkungen stellten aus einer gewissen Perspektive jüdische Rache dar. Während des Höhepunktes des Kalten Krieges wandten Amerikas jüdische Publizisten viel Zeit auf zu leugnen, dass—wie Antisemiten in den 30er Jahren behaupteten—Juden eine unverhältnismäßig wichtige Rolle im sowjetischen Kommunismus und auch weltweit darin spielten. Die Wahrheit ist, dass bis in die frühen 50er Jahre Juden diese Rolle gespielt haben und dafür müssen sie sich nicht schämen. Mit der Zeit werden Juden lernen, stolz zu sein auf die Leistungen der jüdischen Kommunisten in der Sowjetunion und anderswo. Sie haben sozusagen zurückgeschlagen.[11]

Goldhagen dagegen weigert sich, dieses unglaublich blutrünstige Beispiel jüdischer Rache auch nur zur Kenntnis zu nehmen — geschweige denn, dass er stolz darauf ist. Während er vehement die “Holocaustleugnung” verurteilt, ist er nur allzu gerne bereit, seine eigene Version von Geschichtsleugnung zu präsentieren. So argumentiert er zum Beispiel, dass die Europäer für die Botschaft der Holocaustschuld nicht empfänglich sind:

In Polen, der Ukraine, Kroatien, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und der Schweiz sowie auch grenzüberschreitend, unter Christen im Allgemeinen und Katholiken im Besonderen, obwohl ihre Länder oder Kirchen, Männer und Frauen, sowie ihre religiösen Traditionen und Führer (einschließlich Papst Pius XII) (eventuell) in den Holocaust verwickelt waren, gab es überall in Europa Widerstand und Gegenreaktionen.[12]

Indes lehnt Goldhagen jede Andeutung ab zu der großen Rolle, die Juden bei der Durchführung von Massenmorden und anderen Gräueltaten überall in Mittel- und Osteuropa gespielt haben. In der Tat leugnet er diese völlig. Stattdessen behauptet Goldhagen scheinheiligerweise, dass „für die europäischen und offensichtlich auch für die amerikanischen Eliten jeder, der den Holocaust ganz oder teilweise leugnet, den grundlegenden moralischen Konsens verlässt, dass der Holocaust das unübertroffene Böse war. Diese Person begeht ein schweres moralisches Vergehen und lässt zusätzlich Zweifel aufkommen, was Menschenverstand, Urteilskraft oder öffentliches Ansehen angeht.”[13] Wenn man aber andererseits wie Goldhagen die Tatsache der aktiven jüdischen Rolle bei den in kommunistischen Regimen unter Millionen von Mittel-und Osteuropäern angerichteten Blutbädern abstreitet, so hat dieses Verhalten keinerlei negative moralische oder psychologische Konnotationen.

Dies ist letztendlich der jüdischen Überwachung aller historischen Diskurse über Juden geschuldet. Seit 1945 wurden 148 Spielfilme über den „Holocaust” gedreht, während die Zahl der Streifen, die den bolschewistischen Genozid in Osteuropa behandeln, an einer Hand abgezählt werden können — und keiner wurde von Hollywood produziert.

Der israelische Journalist Sever Plocker war 2006 ehrlich genug, dies zugeben, als er  für Ynet News schrieb: „Wir dürfen nicht vergessen, dass einige der größten Massenmörder der Neuzeit Juden waren.” Erst bemerkt er, dass „mindestens 20 Millionen” infolge der Zwangskollektivierung, dem Hunger, den großen Säuberungen, den Vertreibungen, Verbannungen, Exekutionen und dem Massensterben in den Gulags umkamen. Dann notiert er:

Lenin, Stalin und ihre Nachfolger hätten ihre Taten nicht ausführen können ohne die massive Kooperation von disziplinierten „Terrorbeamten”, grausamen Vernehmern, Spitzeln, Henkern, Wächtern, Richtern, Perversen und vielen mitfühlenden Mitgliedern der progressiven westlichen Linken, die sich vom sowjetischen Schreckensregime täuschen ließen und ihm sogar ein Koscher-Zertifikat ausstellten…

Und wir, die Juden? Ein israelischer Schüler macht sein Abitur ohne je von Genrikh Yagoda gehört zu haben, dem größten jüdischen Mörder des 20. Jahrhunderts, stellvertretender Leiter der GPU sowie Gründer und Kommandeur des NKVD. Yagoda setzte fleißig Stalins Kollektivierungsbefehl durch und ist verantwortlich für den Tod von mindestens 10 Millionen Menschen. Seine jüdischen Stellvertreter errichteten und verwalteten das Gulag-System. Nachdem er Stalins Gunst verloren hatte, degradierte und exekutierte man Yagoda. Sein Nachfolger als oberster Henker wurde 1936 Yezhov, der „blutrünstige Zwerg.” …

Yagoda

Unter Stalins engen Weggefährten und treuen Anhängern befand sich das Mitglied des Zentralkomitees und des Politbüros Lazar Kaganovich. Montefiore charakterisiert ihn als den „ersten Stalinisten” und fügte hinzu, dass diesen die Hungersnot in der Ukraine, neben dem Grauen der Nazis und Maos Terror in China eine einmalige Tragödie in der Geschichte der Menschheit, nicht erschütterte.

Viele Juden verkauften ihre Seele dem Teufel der Kommunistischen Revolution und haben für alle Ewigkeit Blut an ihren Händen kleben. Wir werden nur noch einen weiteren erwähnen: Leonid Reichman, Leiter der Spezialabteilung des NKVD und dessen Hauptvernehmer, war ein besonders grausamer Sadist.

1934 besaßen laut den veröffentlichten Statistiken 38,5% von denen, die leitende Stellungen im Sicherheitsapparat der Sowjets innehatten, eine jüdische Herkunft. Natürlich wurden auch sie nach und nach im Laufe der nächsten Säuberungen eliminiert. Während eines faszinierenden Vortrages an einer Universität in Tel Aviv diese Woche beschrieb Dr. Halfin die Wellen des Sowjetterrors als einen „Karneval des Massenmordes”, einer „Phantasie der Säuberungen” und einen „Messianismus des Bösen.” Es stellt sich heraus dass auch Juden, wenn sie sich von einer messianischen Ideologie leiten lassen, zu den schlimmsten Massenmördern der modernen Geschichte werden können.

Die Juden, die in den offiziellen kommunistischen Terrorapparaten (in der Sowjetunion und anderswo) aktiv waren und die sie zeitweilig geleitet haben, taten dies offensichtlich nicht als Juden sondern eher als Stalinisten, Kommunisten und „Sowjetmenschen.” Demzufolge ist es einfach für uns, ihre Herkunft zu ignorieren und „uns dumm zu stellen”: Was haben wir mit denen zu tun? Aber wir sollten sie nicht vergessen. Meine eigene Sichtweise ist nämlich anders. Ich finde es unakzeptabel, dass eine Person Mitglied des jüdischen Volkes ist, wenn sie Großes leistet aber nicht zu unserem Volk gehört, falls sie unglaublich verabscheuungswürdige Dinge tut. Selbst wenn wir es verneinen, können wir die jüdischen Identität „unserer Henker” nicht entrinnen, die von Beginn an dem Roten Terror mit Treue und Hingabe gedient haben.

Im Kontrast zu Plocker stellt sich Goldhagen dumm und lehnt es ab, irgendeine jüdische Rolle bei den kommunistischen Massenmorden zu akzeptieren. Er ist allerdings mehr als bereit wegen der angeblichen europäischen Beteiligung am Holocaust oder dem Versagen, diesen zu verhindern, allen Europäern Schuld aufzuerlegen (einschließlich jenen, die nach dem 2. Weltkrieg geboren wurden). In der Tat ist er überzeugt davon, dass diese von den derzeitigen Europäern gefühlte Holocaustschuld und ihre Ablehnung, damit ins Reine zu kommen, eine wichtige Quelle des jetzigen „Antisemitismus” ist:

Sich schuldig zu fühlen für das, was oft als das schlimmste Ereignis in der Geschichte der Menschheit bezeichnet wird, ist für die meisten jener Menschen belastend oder schlicht unerträglich, die die Nation als wichtigen (oft als bedeutendsten) Bezugspunkt ihrer Gruppenidentität ansehen und dessen Ansehen sie normalerweise in den Augen anderer, insbesondere im Ausland, verbessern möchten. Wenn wir berücksichtigen, wie sehr Menschen sich gegen wenig schmeichelhafte Stereotypen über ihre eigene völkische oder ethnische Gruppe sträuben und wie sehr sie diese persönlich nehmen, sollten wir solche Reaktionen symbolisch verhundertfachen oder gar vertausendfachen um zu verstehen, wie aufwühlend es ist, in den Holocaust verwickelt zu sein.

Deutsche, Franzosen, Niederländer, Norweger, Schweizer, Polen, Ukrainer, Litauer, Letten, Slowaken, Griechen, Ungarn, sogar Dänen, Christen im Allgemeinen und Katholiken im Besonderen – alle haben dieses Problem, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Dennoch gibt es dafür keine einfache Lösung, es sei denn man verdrängt es oder, sogar noch effektiver, macht die Juden selber dafür verantwortlich.[14]

Zusätzlich zu diesem freudschen Theoretisieren über die gegenwärtigen Europäer wirft Goldhagen ihnen ebenso vor, bei weitem nicht genug zu tun um muslimische Angriffe auf Juden in Europa zu unterbinden. Er tut dies, obwohl die starke Präsenz von Muslimen in Europa selbst ein bösartiger Auswuchs des jüdischen ethnopolitischen Aktivismus ist — eines Europas, das in den berüchtigten Worten von Barbara Lerner-Spectre “in einen multikulturellen Zustand gelangt.”

Goldhagen zitiert den Präsidenten des Europäischen Jüdischen Kongressen Moshe Kantor, der nach den muslimischen Attacken auf Juden in Toulouse und dann in Malmö im Jahre 2012 erklärte, dass „die Explosion in Malmö auf eine einmalige Welle von Angriffen gegen Juden und jüdische Ziele in den letzten Monaten folgte, beginnend mit den Morden in Toulouse. Die Jüdische Gemeinschaft in Europa befindet sich unter Beschuss und es besteht eine reelle Gefahr für das jüdische Gemeindeleben in Teilen Europas. Es wird aber nicht genug getan, um es zu schützen. Eine Gefahr für jüdisches Leben in Europa ist eine Bedrohung für dessen Grundlagen.” Weder Kantor noch Goldhagen werden das Offensichtliche zugeben: Gewalttätige Muslime mit niedrigem IQ würden gar nicht in Malmö oder Toulouse sein (geschweige denn irgendjemanden angreifen), gäbe es nicht den aggressiven jüdischen Drang, westliche Gesellschaften gemäß ihren eigenen Interessen umzugestalten. Jetzt setzt sich Kantor für den Beschluss drakonischer neuer Gesetze gegen “Hassreden” ein, die die Meinungsfreiheit europaweit weiter einschränken würden.

Schlussfolgerung

Das Böse stirbt nie aus ist ein schlecht geschriebenes und angeordnetes Buch sowie im Wesentlichen unehrlich. Goldhagen präsentiert seine „Argumente” auf weitschweifende und ärgerlich repetitive Weise. Das Werk ist voll von Zirkelargumenten und verschachteltem tautologischen Unsinn wie zum Beispiel: „Globaler Antisemitismus basiert auf dem grundlegenden antisemitischen Denkmuster mit verschiedenen Arten oder Welten von Antisemitismus, die eingebettet sind in sie gleichzeitig formende globale Umrisse. Während diese mannigfaltig antisemitischen Welten ihre vorherige antisemitische Existenz zum größten Teil fortführen, wandeln sie sich durch Verkoppelung ständig und weisen neue antisemitische Merkmale auf, die als Antwort auf das veränderte Wesen einer globalisierten Welt entstanden sind.”[15]

Trotz seiner konzeptionellen und stilistischen Mängel wurde Das Böse stirbt nie aus in den jüdischen und jüdisch kontrollierten Medien hoch gepriesen. So nannte zum Beispiel Neal Gendler von der American Jewish World das Buch eine „erschreckende Darstellung darüber, wie Antisemitismus zu einem weltweiten Phänomen geworden ist”, „voller Information und Einsicht.” Benjamin Weinthal von der Jerusalem Post bezeichnete es als „brillantes Werk”, das „eine Fanfare für das Eingreifen von Regierungen und Gesellschaften sein sollte.” Das jüdische Buchkollegium dagegen, während es Goldhagens Werk als „gehaltvoll und provokativ” lobt, musste zugeben, dass der „Schreibstil oft massig und repetitiv ist sowie der Ton manchmal schrill und einschüchternd, während manche seiner Argumente fast hyperbolisch wirken.”

Das Böse stirbt nie aus ist so plump, dass sogar ein führender Repräsentant der zionistischen Gedankenpolizei, Anthony Julius, in einer Besprechung im Wall Street Journal meinte, dass er diese „mit natürlichem Widerwillen” geschrieben hatte. Da Goldhagens Machwerk so furchtbar daherkommt, konnte er kein Loblied darauf singen, sondern musste zugeben, dass es „ein schlechtes Buch” „ohne Ausgewogenheit oder Originalität” ist, das auch noch „einige leicht zugängliche Texte entstellt oder missdeutet.” Julius gesteht außerdem ein, dass es sich „durch ständige Übertreibungen charakterisiert und manche wirklich lächerliche Beurteilungen enthält.” Er bedauert die Tatsache, dass es „so leicht und zu Recht abgetan werden kann.” Dadurch kommt das Anliegen, das es durch Das Böse stirbt nie aus eigentlich zu fördern galt, zu kurz.”

Andrew Joyce hat darauf hingewiesen, dass Anthony Julius’ eigene Variante jüdischer Apologetik viele der gleichen Schwächen aufweist, die er Goldhagen zuschreibt. Schließlich werden jüdische Apologeten wie Anthony Julius, Alvin Rosenfeld, David Nirenberg und Daniel Jonah Goldhagen durch den Umstand lahmgelegt, dass die Wahrheit nun mal “antisemitisch” ist. Stichhaltige und überzeugende Argumente zu präsentieren, die den Tatsachen widersprechen, ist eine schwere Aufgabe für jeden Verfasser, sogar für einen ehemaligen Assistenzprofessor an der Harvard-Universität.


[1] Daniel Jonah Goldhagen, The Devil That Never Dies (New York NY; Little, Brown & Co., 2013), 291; 126.

[2] Bernhard Wasserman, On The Eve: The Jews of Europe Before The Second World War (London; Profile Books, 2012), 61.

[3] Norman Cantor, The Sacred Chain — The History of the Jews (New York, NY; HarperCollins, 1994), 281.

[4] Chaim Bermant, Jews (London; Weidenfeld & Nicholson, 1977), 160; 162.

[5] Ibid. p. 153

[6] Bermant, Jews, p. 139

[7] Ibid. 171-72.

[8] Ibid. 173.

[9] Ibid. 175.

[10] Ibid. 178-79.

[11] Norman Cantor, The Jewish Experience: An Illustrated History of Jewish Culture & Society (New York; Castle Press, 1996), 364.

[12] Goldhagen, The Devil That Never Dies, 418.

[13] Ibid. 191.

[14] Ibid. 415-16.

[15] Ibid. 218.

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